Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Für die Börsen war es ein mehr als Erfreuliches gewesen. Viele Indizes auf Allzeithoch, so auch unser Musterdepot.

Zwar musste ich gestern unsere gekauften Put-Optionsscheine quasi wertlos ausbuchen, womit wir rund 2,8 Prozent an Performance im laufenden Jahr eingebüßt haben. Unterm Strich steht unser Musterdepot mit einem Zugewinn von über 30 Prozent trotzdem sehr gut da. Trotz der Verluste aus den Put-Optionen und einer sehr hohen durchschnittlichen Cashquote von rund 20 Prozent im gesamten Jahr konnten wir den Markt outperformen.

Das Beste könnte uns in 2025 aber erst noch bevorstehen. Nicht, weil ich davon ausgehe, dass die Börsen weiterhin wie eine Einbahnstraße stur nach oben steigen. Ganz im Gegenteil erwarte ich nach der Amtseinführung Trumps erst einmal eine Korrektur.

Zu viele Vorschusslorbeeren?

Das Verteilen der börsianischen Vorschusslorbeeren an Trump erachte ich als verfrüht, möglicherweise auch gar nicht berechtigt. Wenn Trump so verfährt, wie in seiner letzten Amtszeit, wird wieder viel politisches Porzellan zerschlagen. Drohungen auf seinem X-Account werden wieder zur Tagesordnung gehören, was die wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen wird.

Seine verschärfte Migrations- und Zollpolitik könnte zudem zu Lohnerhöhungen und Preissteigerungen führen, was die Inflation anheizen könnte. Derweil werden Steuersenkungen zwar die Unternehmensgewinne erhöhen, gleichzeitig durch das steigende Staatsdefizit aber möglicherweise auch die Zinsen für US-Staatsanleihen am langen Ende steigen. Und das wiederum schmeckt den Aktienmärkten nicht wirklich.

Es muss nicht sein, dass sich dieses Szenario so entfaltet. Ich bin lange genug im Börsengeschäft, um zu wissen, dass die Märkte, sogar wenn man mit seiner Prognose richtig liegt, komplett das Gegenteil des vermeintlich Logischen tun.

Allerdings könnte es ab Mitte Januar, wenn die positiven saisonalen Effekte abebben, erst einmal zu einer ‚Sell-the-Facts‘-Korrektur kommen.

Und genau dann könnten wir unsere größte Stärke voll ausspielen: Unsere Fähigkeit, in unruhigen Börsenphasen einen kühlen Kopf zu bewahren und bei abgestraften Qualitätsaktien mit beiden Händen zuzulangen.

Wie einst einmal Warren Buffett sagte: „Wenn es Gold regnet, sollte man nach einem Eimer greifen und nicht nach einem Fingerhut!“

Je größer die nächste Korrektur ausfällt, desto beherzter werden wir bei Qualitätsaktien mit Burggrabenqualitäten zugreifen. Genau so, wie wir es bereits in allen vorhergehenden Krisen getan haben.

Im Rückblick erwies sich jede Korrektur für unser Musterdepot als wahrer Glücksfall. Mal schauen, ob uns der Markt diesen Gefallen 2025 tut.

Streit zwischen Arm und Qualcomm geht vor Gericht

News im Patentstreit zwischen den beiden Tech-Unternehmen! Diese Woche startet der Gerichtsprozess.

Beim Streit geht es um die Übernahme von Nuvia durch Qualcomm im Jahr 2021. Nuvia hatte sich bei Arm eine Lizenz zur Nutzung deren Technologie eingekauft, die infolge der Übernahme an Qualcomm überging.

Arm zweifelt allerdings an, dass der Übertrag des Lizenzabkommen für die von Nuvia entwickelten Produkte an Qualcomm infolge der Übernahme überhaupt rechtens sei.

Qualcomm argumentiert indes damit, dass man bereits vor der Übernahme ein Lizenzabkommen mit Arm für andere Designs abseits der Nuvia-Produkte unterhielt.

In meinen Augen versucht Arm schlichtweg mit der Brechstange, aus Qualcomm mehr Geld heraus zu kitzeln. Und da Qualcomm Arm genau so braucht wie Arm Qualcomm, wird es früher oder später vermutlich zu einer außergerichtlichen Einigung kommen. Qualcomm wird Arm künftig etwas mehr zahlen und die Sache ist geklärt. So zumindest meine Prognose.

Bis dahin hängt der Streit weiterhin wie ein Klotz am Bein der Qualcomm-Aktie. Aufgrund der klaren Absage für eine Intel-Übernahme erachte ich die Aktie nun aber wieder für kaufenswert. Qualcomm ist weiterhin einer der wichtigsten Technologielieferanten für die globale Telekommunikation. Ohne Qualcomm-Technologie wäre moderne Smartphone-Kommunikation undenkbar.

Zudem baut man sich nebenher im Bereich der PC-Prozessoren, im Virtual-Reality- sowie im Automotive-Bereich wachstumsstarke weitere Standbeine auf. Fazit: Kaufen

Tesla: +200%!

Gestern war es soweit. Unsere Tesla-Position hat die 200-Prozent-Marke geknackt und zeigt sich charttechnisch weiterhin von ihrer starken Seite. Die Bewertung ist inzwischen aber mehr als nur grenzwertig.

Im Freitags-Update werde ich Ihnen einmal zur Abwechslung einen anderen Bewertungsansatz näherbringen, mit der wir die Aktie von Tesla bewertungstechnisch vielleicht etwas besser greifen können – Stichwort ‚Reverse Discounted Cash Flow Model‘. Keine Sorge, das klingt viel komplizierter, als es eigentlich ist. Nur kann ich Ihnen den Ansatz im Video besser näherbringen als hier in Textform.

Ich habe an so einem Reverse-DCF-Bewertungsmodell gebastelt und werde es Ihnen am Freitag zeigen. Ich kann Ihnen schon mal verraten, was ich dabei herausgefunden habe, lässt Anlegern wohl die Kinnlade runterfallen. Aber ich möchte nicht zu viel verraten!

Disney – #1-Serie kommt ins Kino!

Noch ein paar News zu Disney. 2027 soll ein ‚Bluey‘-Film in die Kinos kommen. Bei Bluey handelt es sich um eine ausgesprochen erfolgreiche Kinderserie, die bei meiner Tochter zu Hause am Bildschirm rauf und runter lief. Und ich muss zugeben, dass ich auch so manche Folge mit geschaut habe.

Die Rechte von Bluey liegen zwar bei der BBC. Der Serienhit wird aber auch auf Disney+ gestreamt und war im laufenden Jahr die am häufigsten gestreamte Kinderserie auf Disney+.

Die Charaktere wachsen einem sofort ans Herz, die Inhalte sind nicht nur für Eltern wie Kinder unterhaltsam, sondern auch pädagogisch wertvoll. Die Serie ist einfach top.

Auch die Disney-Aktie hat sich nach den deutlichen Abverkäufen der letzten Jahre wieder aufrichten können und scheint gerade von fundamentaler wie auch charttechnischer Stärke nur so zu strotzen.

Wer es uns nachgemacht hat und Aktien des Entertainment-Konzern eingesammelt hat, sollte derzeit auf rund 28 Prozent Kursgewinnen sitzen. Wer will, kann auf diesem Niveau natürlich ein paar Gewinne eintüten.

Im Musterdepot von Cashkurs*Trends werde ich die Position bisweilen aber weiterlaufen lassen. Für Nachkäufe würde ich allerdings erst einmal auf eine Kurskorrektur warten. Im Analysten-Sprech handelt es sich bei Disney in meinen Augen momentan also um eine klassische ‚Halten‘-Position.