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anbei ein Update zu den aktuellen Quartalszahlen

Microsoft Q2 2026 (endete 31.12.25)

Der Konzern erzielte einen Umsatz von rund 81,3 Milliarden US‑Dollar, was einem Wachstum von etwa 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.  Auf Konzernebene stieg die Bruttomarge absolut um 7,5 Milliarden US‑Dollar, die Bruttomargenquote ging jedoch leicht zurück und lag bei gut 68 Prozent. Die operativen Aufwendungen stiegen moderat, vor allem durch höhere F&E‑Ausgaben für Compute-Kapazitäten. Das operative Ergebnis legte dennoch um etwa 21 Prozent zu – ein Hinweis darauf, dass der Skaleneffekt der Cloud das höhere Kostenniveau mehr als ausgleicht.

Das Nettoergebnis stieg auf 38,5 Milliarden US‑Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 5,16 US‑Dollar und damit deutlich über den Markterwartungen. Wachstumstreiber war erneut das Cloud-Geschäft, auch wenn nicht mehr so stark wie vergangene Quartale. Klassische Bereiche wie Gaming tendierten schwächer, damit wird die strukturelle Verschiebung im Geschäftsmodell weiter untermauert.  

Segmente

Im Zentrum steht der Bereich Intelligent Cloud mit Azure als Kernplattform. Die Segmenterlöse stiegen auf rund 32,9 Milliarden US‑Dollar, in konstanter Währung entspricht dies einem Wachstum von knapp 29 Prozent. Azure und andere Cloud-Dienste legten um 39 Prozent zu und bestätigten damit, dass Microsoft trotz intensiven Wettbewerbs im Hyperscaler-Markt weiterhin Marktanteile behaupten oder ausbauen kann. Besonders dynamisch entwickelt sich das Teilsegment Azure AI Services, das von der Nachfrage nach generativen KI‑Workloads profitiert. Die Cloud-Erlöse insgesamt – also über die Segmente hinweg – erreichten 51,5 Milliarden US‑Dollar und überschritten damit erstmals die Marke von 50 Milliarden US‑Dollar in einem Quartal. Damit ist klar: Die Wachstumsstory von Microsoft ist inzwischen weitgehend identisch mit der Skalierung von Azure und der Monetarisierung von KI‑Diensten.

Das Segment Productivity and Business Processes zeigte ebenfalls ein robustes Bild. Die Erlöse stiegen auf etwa 34,1 Milliarden US‑Dollar, was einem Wachstum von rund 16 Prozent in konstanter Währung entspricht. Treiber waren vor allem Microsoft 365 Commercial, höhere E5‑Durchdringung und die zunehmende Verbreitung von Microsoft 365 Copilot. Die Zahl der kommerziellen Microsoft‑365‑Seats stieg auf über 450 Millionen, während Microsoft 365 Copilot bereits 15 Millionen zahlende Sitze verzeichnet – ein bemerkenswerter Wert für ein noch junges Produkt, das zusätzlich zu bestehenden Abonnements verkauft wird. LinkedIn wuchs im niedrigen zweistelligen Bereich, getragen von Marketinglösungen, und Dynamics 365 legte im hohen Zehnerbereich zu, was die zunehmende Relevanz von Cloud-basierten Business-Anwendungen im Microsoft‑Portfolio unterstreicht.

Im Segment More Personal Computing zeigt sich der strukturelle Gegenwind traditioneller Geschäftsbereiche. Die Erlöse gingen zurück, vor allem aufgrund schwächerer Gaming-Umsätze, während Windows OEM sowie Search- und News-Werbung gegenläufige positive Beiträge leisteten. Die Integration von Activision Blizzard und die Gaming-Sparte insgesamt standen zusätzlich unter Druck durch Impairment Charges (Wertberichtigungen), was sich in höheren Aufwendungen niederschlug. Damit wird deutlich, dass Gaming zwar strategisch wichtig bleibt – insbesondere als Content- und Engagement-Plattform im Microsoft-Ökosystem –, aber kurzfristig nicht der Ertragsanker ist, der die Cloud-Sparte entlasten könnte.

Investitionen & Produkte

Besonders auffällig ist die Investitionsseite. Die gesamten Kapitalausgaben beliefen sich im Quartal auf rund 37,5 Milliarden US‑Dollar, wovon etwa zwei Drittel in kurzlebige Assets wie GPUs und CPUs flossen. Microsoft baut seine Rechenzentrumsinfrastruktur in einem Tempo aus, das selbst im Tech‑Sektor herausragt: Allein in diesem Quartal wurde nahezu 1 Gigawatt zusätzliche Kapazität ans Netz gebracht. Parallel dazu treibt der Konzern seine eigene Siliziumstrategie voran: Der Maia‑200‑Beschleuniger soll die Abhängigkeit von Nvidia reduzieren und laut Management die Total Cost of Ownership im Vergleich zur aktuellen Flotte um mehr als 30 Prozent verbessern, während der Cobalt‑200‑CPU über 50 Prozent höhere Performance gegenüber der ersten eigenen Prozessor-Generation liefern soll. Ergänzt wird dies durch den Aufbau eines „AI WAN“, das Rechenzentrumsstandorte zu einer Art verteiltem KI‑Superfabrik‑Netzwerk verbindet. Strategisch geht es darum, die Kennzahl „Tokens per Watt per Dollar“ zu optimieren – also Rechenleistung, Energieeffizienz und Kosten in ein besseres Verhältnis zu bringen und damit langfristig Margenpotenzial zurückzugewinnen.

Auf Produktebene stand im Quartal alles im Zeichen von Copilot und KI‑basierten Diensten. Microsoft 365 Copilot etabliert sich zunehmend als tägliche Anwendung im Office‑Kontext, GitHub Copilot kommt auf rund 4,7 Millionen zahlende Nutzer und bildet damit eine Art Standardwerkzeug für Entwickler. Darüber hinaus positioniert Microsoft seine Plattform als „Multi‑Model‑Hub“: Über Azure können Kunden nicht nur auf OpenAI‑Modelle zugreifen, sondern auch auf Modelle von Meta, Anthropic und anderen Anbietern. Diese Offenheit ist ein Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern und soll sicherstellen, dass Azure die bevorzugte Plattform für KI‑Workloads bleibt. Neue Produkte im engeren Sinne – etwa vollständig neue Endanwender‑Applikationen – standen weniger im Vordergrund als die konsequente Durchdringung bestehender Produkte mit Copilot‑Funktionalität und die technische Basis dafür, inklusive der neuen Maia‑ und Cobalt‑Chips.

Die Nachfrageperspektive spiegelt sich eindrucksvoll in den Commercial Bookings und der Remaining Performance Obligation wider. Die kommerziellen Buchungen stiegen um 23 Prozent in konstanter Währung, getrieben von großen, mehrjährigen Azure‑Verträgen – unter anderem mit KI‑Partnern wie Anthropic – und breiter Annuity‑Nachfrage. Die Commercial RPO (Remaining Performance Obligation: Gesamtwert aller vertraglich zugesagten, aber noch nicht realisierten Umsätze) erreichte 625 Milliarden US‑Dollar. Bemerkenswert ist, dass etwa 45 Prozent dieser RPO mit OpenAI‑bezogenen Verträgen zusammenhängen; der verbleibende Teil wuchs mit knapp 30 Prozent und ist breit über Kunden und Produkte diversifiziert. Das unterstreicht, wie stark Microsoft von der strategischen Partnerschaft mit OpenAI profitiert, aber auch, dass die Nachfragebasis deutlich breiter ist als ein einzelner Partner.

Ausblick

Beim Ausblick auf das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet das Management einen Umsatzkorridor von 80,65 bis 81,75 Milliarden US‑Dollar, was einem Wachstum von 15 bis 17 Prozent entspricht. Für Azure und andere Cloud‑Dienste stellt Microsoft ein Wachstum von 37 bis 38 Prozent in konstanter Währung in Aussicht, also nur leicht unter dem aktuellen Niveau. Gleichzeitig signalisiert das Unternehmen, dass die operativen Margen kurzfristig leicht unter dem Vorjahreswert liegen dürften, da Investitionen in KI‑Compute, Rechenzentren und Talente weiter hoch bleiben. 

Fazit

Microsoft lieferte im zweiten Quartal 2026 operativ ein sehr starkes Zahlenwerk ab, das die strategische Position des Konzerns im KI‑ und Cloud‑Zeitalter eindrucksvoll bestätigte. Die Wachstumsquellen sind klar identifiziert: Azure, Microsoft 365 inklusive Copilot, Dynamics 365 und die breiten KI‑Services, die über Azure bereitgestellt wurden. Gleichzeitig verschiebt sich der Investment-Case zunehmend von einer reinen Wachstumsstory hin zu einer Frage der Kapitalallokation: Wie schnell und wie effizient kann Microsoft die enormen KI‑Investitionen in nachhaltige Margen und Cashflows übersetzen? Kurzfristig belasten Capex und Margendruck die Wahrnehmung an der Börse, mittel- bis langfristig stärkt der Aufbau einer eigenen KI‑Infrastruktur inklusive eigener Chips das Unternehmen. Das Bild bleibt grundsätzlich positiv, aber gleichzeitig wächst die Skepsis, ob das aktuelle Capex‑Tempo und der Margendruck dauerhaft vom Markt toleriert werden.

Bildquelle: Microsoft Webseite